State of things


 ... oder die Suche nach dem Jetzt - ein Vorschlag von Harald F. Theiss, Kunsthistoriker | Kurator

8. Oktober – 26. November 2021

Das Ausstellungsprojekt State of Things führt unterschiedliche, aber auch verwandte Beobachtungen, zumeist Foto- und Film-künstlerischer Positionen zusammen und interpretiert aktuelles Geschehen in und aus unserer Nähe. Es greift damit eine konzeptionelle Ausrichtung und Initiative auf: Europa − als eine gemeinsame Idee im Zeichen von Findung und Austausch, Verbindungen und Zugehörigkeiten, Zustand und Zukunft. Verbindung bedeutet Beziehung, Gemeinschaft und Zusammenhang. Unter anderem schreibt Wikipedia, der Begriff stehe für die Vereinigung zweier Objekte, wobei es unerheblich sei, ob beide in ihren Eigenschaften jeweils erhalten bleiben oder zu einem neuen Stoff mit veränderten Eigenschaften werden.

Das Ausstellungsprojekt eignet sich für die Stadt Chemnitz als zukünftige Kulturhauptstadt Europas als eine Vorschau auf das Kulturjahr 2025. In zunehmend unruhigen Zeiten fragt es nach dem Stand der Dinge und dem Jetzt; es erlaubt abermals nicht nur Aufmerksamkeit für Gemeinschafte(n), sondern artikuliert nach dem jüngsten allgemeinen gesellschaftlichen und kulturellen Stillstand gleichzeitig die Suche nach Wiederbelebung und Ausblick. In der (Aus )Wahl der künstlerischen Positionen stellt sich auch die Frage nach einer politischen und gesellschaftsrelevanten Zuwendung hin zum fotokünstlerischen Medium. Zugleich wird versucht, dessen erweiterten Realitätsbezug zu diskutieren und zu aktualisieren, den es mit seiner grenzüberschreitenden und universellen Verständlichkeit hat: Wo endet die Wirklichkeit und wo beginnt die (inszenierte) Interpretation?

Am Ausstellungsort bilden sich bewusst Verbindungen und Verschmelzungen mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Sie alle reflektieren nicht nur die Bedingungen des Mediums, sondern erweitern es zu Geografien von Bildmetaphern und Kontext(en). Durch assoziative Verknüpfungen werden neue Handlungsräume markiert, die zu (kritischen) Wechselbeziehungen zwischen Öffentlichkeit, Gesellschaft und Vermittlung führen. Gleichzeitig sind Ausstellungsräume eine unverzichtbare Plattform für Austausch und Wirken von vielen Akteur*innen und damit nicht zuletzt bedeutend als Beitrag über das kulturelle Leben hinaus. Für das Publikum öffnen sie einen partizipativen Ort, an dem alltägliche Zeitabläufe unterbrochen werden und Vertrautes mit anderen Kommunikationsformen hinterfragt wird sowie neue Zusammenhänge sichtbar werden.

Lösen sich gegenwärtig bisher etablierte und vertraglich vereinbarte Verbindungen auf? Entstehen nach einem sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Stillstand nie da gewesene Allianzen, die auf etwas nach dem „Nichts ist mehr, wie es zu sein scheint“ hinweisen und in veränderten Erscheinungsformen, Stimmungs- und Wahrnehmungsbildern neue Bezüge auf eine fragil gewordene Welt herstellen? Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas äußerte in einem Interview: „So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln zu müssen, gab es noch nie.“* Muss also wieder neu über eine Dialektik der Aufklärung, mehr Freiheit und Gleichheit statt Begrenzungsinitiativen nachgedacht werden? Sind bereits verstärkt regionale Tendenzen erkennbar, um die umstrittenen Gedanken des Essayisten Robert Menasse an dieser Stelle aufzugreifen, dass es in Zukunft keine Nationen, sondern nur Regionen geben werde und er für Europa ein Netzwerk von Regionen vorschlage, in dem sich verstärkt die menschlichen und nicht nationalen Entscheidungen herausstellen?**

Das Ausstellungsprojekt sucht nicht nach tradiert europäischen Repräsentanzen, sondern versucht mit künstlerischen Mitteln und individuellen Reflexionen, Gegenwart zu sehen, die mehr denn je losgelöst von nationalen Identitäten und Zugehörigkeiten erscheint.

State of Things eignet sich als Gedanke zu oder sogar Motiv für soziale und gesellschaftliche Erneuerungen. Zwischen Dialog und Denkanstoß werden Perspektivwechsel verhandelt. In einer brüchigen Gegenwart ermöglicht das Projekt eine diskursive Plattform für diverse Anschauungen und Begegnungen. Die Ausstellung ist der Versuch, im Jetzt nach anderen Bildern und Emotionen jenseits der Massenmedien mit ihren sich täglich wiederholenden und zunehmend wirkungslosen Bilderflut zu suchen. Über die konzeptionellen und nicht nur Foto-künstlerischen Positionen werden gewohnte (Bilder-)Grenzen aufgehoben, um sich auf diese Weise einer anderen Vorstellung der Dinge zu nähern. An den Rändern des Dokumentarischen lassen sich neue Allianzen beobachten. Als eine Art Protokoll werden Varianten des Narrativen sichtbar und die ausgestellten Werke zu Spekulationsträgern, die in der (neuen) Wirklichkeit Freiräume für Assoziationen, Ausblicke und Bedeutungen erlauben …

* Frankfurter Rundschau, 10.04.2020 ** Tagesspiegel, 13.10.2017

ALEXANDRA BAUMGARTNER


Ausgangsmaterial von Alexandra Baumgartner Arbeiten sind gefundene Objekte und Fotografien, die durch Eingriffe verändert und in einen neuen Kontext gestellt werden. Ihre Arbeitsweise funktioniert wie die bei einer Collage. Aus bereits existierenden Bildrealitäten entfernt sie essenzielle Bildinformationen und modifiziert die Fundstücke, sodass der ursprüngliche Kontext in den Hintergrund tritt. Sie fügt durch Malerei, Näherei, partielles Entfernen oder durch zusätzliche Elemente eine zweite Realität hinzu, die sich zusammen mit dem Ausgangsmaterial zu einer neuen Wirklichkeit formiert. Nicht selten lotet sie damit die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion aus und reinszeniert mit subtilen Objets trouvés die Mehrdeutigkeit von abgebildeter Realität …

Alexandra Baumgartner wurde 1973 in Salzburg geboren. Sie studierte an der Universität Mozarteum Salzburg und an der Universität für angewandte Kunst Wien, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien und nimmt an internationalen Ausstellungen teil. Ihre Arbeiten befinden sich u. a. in den Sammlungen DZ Bank Kunstsammlung, Frankfurt am Main, Kunstsammlung des Landes Salzburg und im Salzburg Museum. Alexandra Baumgartner lebt und arbeitet in Wien.

ABSENCE, 2019

  • ÖLFARBE AUF PIGMENTDRUCK
  • 110 X 80 CM - GERAHMT

GRIECHENLAND (BILD 244-138, THEODOR SCHEERER), 2019


  • ARCHIVAL PIGMENT DRUCK
  • 48 X 36 CM - GERAHMT
  • EDITION 5 + 2 AP

RUMÄNIEN (N 1603 BILD-017, HORST GRUND, 1941, 2019/21

  • ARCHIVAL PIGMENT DRUCK
  • 48 X 36 CM - GERAHMT
  • EDITION 5 + 2 AP

NADJA BOURNONVILLE

In ihrer Werkgruppe Blindfell konzentriert sich die Fotokünstlerin Nadja Bournonville auf das Sehen an sich und Störungen in der Wahrnehmung als Ausgangssituation einer Auseinandersetzung mit der uns umgebenden Welt. In einem Interview sagte sie, ihr Ziel sei, „[...] die Fotografie als Mittel zu nutzen, um immer mehr über fremde Themenfelder zu erfahren. Das ist meine Art und Weise, um die Welt besser zu verstehen.“ Auf gesellschaftliche Zusammenhänge übertragen bedeutet Sehvermögen nicht nur, Erkenntnis über das Unsichtbare zu erhalten, sondern vor allem auch eine kritische Reflexion über die Politik des Sehens und Erkennens. Das Sehen als Konfrontation mit der Wirklichkeit ist gleichzeitig auch Appell an die Erinnerungskultur und den damit verbundenen Umgang mit Gesellschaft, Geschichte und Öffentlichkeit.


Nadja Bournonville ist eine schwedische Fotokünstlerin und wurde 1983 in Vimmbery geboren. Sie studierte Fine Art Photography an der Glasgow School of Art und Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie ist zweifache Stipendiantin der Stiftung Kunstfonds und hat am Projekt gute aussichten − junge deutsche fotografie teilgenommen. Ihre Arbeiten sind in unzähligen internationalen Ausstellungen gezeigt worden, u. a. der Akademie der Künste und im Fotografie Forum Frankfurt, in den Deichtorhallen Haus der Fotografie Hamburg, im Fotohof Salzburg sowie in der Bonniers Konsthall Stockholm. Seit 2008 wird die Künstlerin von Pierogi New York vertreten. Nadja Bournonville lebt und arbeitet in Berlin.


LUDERE AUS BLINDFELL, 2015

  • ANALOGER C PRINT
  • 93 X 74 CM - GERAHMT
  • AUFLAGE 2 + 1 AP


POTASSIUM FERROCYANIDE, 2017

  • 2X ANALOGER C PRINT
  • 40 X 50 CM - GERAHMT
  • AUFLAGE 2 + 1 AP

LIA DARJES

Wie kommt es, dass sich Nichtgläubige oder Christen für eine Religion begeistern können, deren Sprache und Semantik sie oftmals nicht verstehen und deren traditionelle Riten auf den ersten Blick wenig mit ihrer eigenen kulturgeschichtlichen Herkunft gemein haben? Dieser Frage ist Lia Darjes nachgegangen und thematisierte damit gängige Betrachtungsmuster des Islam zwischen Faszination und Angst in westlichen geprägten Gesellschaften. Über einen fotografischen Dialog wird dem allgemeinen Blickwinkel eine andere Perspektive hinzugefügt, möglicherweise eine Nähe zur Fremdheit erzeugt. Zugleich wird der Diskurs über Varianten der Betrachtung und Information von Bildern eröffnet.


KONVERTIEREN, 2014

  • ARCHIVAL PIGMENT DRUCK
  • JE 50 X 50 CM - GERAHMT


Lia Darjes wurde 1984 in Berlin geboren. Sie studierte bei Ute Mahler an der HAW in Hamburg und anschließend in der Meisterklasse von Ute Mahler und Ingo Taubhorn an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Seit 2011 ist sie als freie Fotografin tätig und wurde für ihre fotokünstlerische Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sind in Deutschland, Frankreich, Kanada, Russland und der Schweiz ausgestellt und in nationalen wie internationalen Medien, etwa Le Monde und CNN, veröffentlicht worden. Sie hat verschiedene Stipendien und Preise erhalten, darunter als Nachwuchstalent im Rahmen des Kunstpreises der Lotto-Stiftung Brandenburg. Seit 2018 unterrichtet sie an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Lia Darjes lebt und arbeitet in Berlin. 


NIKLAS GOLDBACH

In ruhigen Kameraeinstellungen untersucht Niklas Goldbach im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Individuum die Architektur und Natur einer gebauten Landschaft aus Zäunen, Stacheldraht und Überwachungskameras an einer innereuropäischen Grenze zwischen Frankreich und Großbritannien. Es ist eine Sicherungsanlage, die von einem privaten Unternehmen betrieben wird. Die Menschen bleiben im Film unsichtbar. In der künstlich wirkenden Landschaft inmitten eines vermeintlich liberalen und freizügigen Europas manifestieren sich in der funktionalen Architektur Kontrolle, Freiheitsbeschränkung und Abgrenzung.



FORM AND CONTROL: BOULEVARD D'EUROPE, 2016

  • 1-KANAL-VIDEO STEREO HD 6:04 MIN
  • EDITION 2


Niklas Goldbach wurde 1973 in Witten geboren. Er studierte Soziologie an der Universität Bielefeld, Integrated Media Arts am Hunter College, New York City, und Experimentelle Mediengestaltung an der Universität der Künste Berlin, wo er 2005 seinen künstlerischen Abschluss als Meisterschüler machte. Er unterrichtete als Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin. Seine Arbeit wurde mit mehreren Arbeits- und Residenzstipendien, u. a. der Villa Aurora Los Angeles, gefördert und mit Preisen ausgezeichnet sowie international gezeigt: im Museum der Moderne, Salzburg, im Museo Reina Sofía, Madrid, im Mori-Art Museum, Tokio, im Shanghai 21st Century Minsheng Art Museum, im Barbican Arts Center, London, im Kunsthaus Dresden, im Neuen Berliner Kunstverein n.b.k., im Cornerhouse, Manchester, im National Taiwan Museum of Fine Arts, Taichung, im Centre Pompidou, Paris, im ZKM Karlsruhe, im Rahmen der documenta 14 public programs, bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, in der Berlinischen Galerie und im Museum Ludwig, Köln. Niklas Goldbach lebt und arbeitet in Berlin.

CLAUDIO GOBBI


Claudio Gobbi untersucht in seinen Langzeitprojekten europäische Geschichte, kollektives Gedächtnis und kulturelle Grenzen. In Persistence wird das Theater als ein unveränderter Ort mit überall gleicher identitätsstiftender und grenzübergreifender Funktion betrachtet. Über die Bilder von diesen Räumen entsteht eine andere, von Nationen losgelöste Kartografie kultureller Orte, die alle Länder miteinander teilen und gleichzeitig verbindet. 

Es zeigt sich das alte Europa, das sich dennoch bereit für neue grenzenlose Entwicklungen und Erweiterungen erweist. Unter veränderten sozialpolitischen Situationen werden den Theatersälen weitere Bedeutungen hinzugefügt, die gleichzeitig über das vergangene, gegenwärtige und zukünftige kulturelle Leben und seine Perspektiven reflektieren.



RIGA, LATVIA, 2008, NEW THEATRE #1

  • FINE ART PIGMENT PRINT
  • 96 X 48 CM- GERAHMT



VANADZOR, ARMENIA, 2008, MOVIE THEATRE LORI #1

  • FINE ART PIGMENT PRINT
  • 96 X 48 CM- GERAHMT



SOFIA, BULGARIA, 2007, THEATRE SOFIA #1 

  • FINE ART PIGMENT PRINT
  • 96 X 48 CM- GERAHMT



BERLIN, GERMANY, 2004, VOLKSBÜHNE #3

  • FINE ART PIGMENT PRINT
  • 96 X 48 CM- GERAHMT



Claudio Gobbi wurde 1971 in Ancona, Italien geboren. Er studierte Politikwissenschaft in Rom und Fotografie in Mailand. Mit seiner fotografischen Arbeit war er auf internationalen Ausstellungen vertreten, bekam etliche renommierte Preise und war Gastkünstler in der Pariser Cité Internationale des Arts. Er beschäftigt sich künstlerisch vor allem mit kollektiver Erinnerung, dem europäischen Erbe und der Geschichte des Kontinents. 

Gleichzeitig versucht er, mit seinen Fotos die Grenzen der Fotografie als Medium auszuloten. Mit seiner Monografie über armenische Kirchen (Hatje Cantz Verlag) war der Fotograf 2016 für den Buchpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nominiert. Claudio Gobbi lebt und arbeitet in Berlin.

SVEN JOHNE

Der Białowieża-Wald ist der letzte Tieflandurwald Europas und heute ein abgeschirmtes Schutzgebiet mit Warnschildern: Denn seit dem 12. März 1999 verläuft die NATO-Außengrenze durch diesen Urwald und seit dem 1. Mai 2004 ist hier auch die Außengrenze der Europäischen Union. Die innere Schutzzone − laut UNESCO eine „area of outstanding natural beauty“ − ist also zweigeteilt, halb polnisch, halb weißrussisch. Die mehrteilige Arbeit von Sven Johne ist das Ergebnis einer persönlichen Erfahrung des Künstlers in dieser Region und stellt die Frage nach der Zugehörigkeit im Falle einer Desorientierung in diesem Grenzgebiet zwischen unterschiedlichen politischen Systemen.


AREA OF OUTSTANDING NATURAL BEAUTY, 2016

  • ARCHIVAL PIGMENT PRINT, FOIL
  • 100 X 137 CM, GERAHMT
  • ART’US COLLECTOR’S COLLECTIVE


Sven Johne wurde 1976 in Bergen auf Rügen geboren. Von 1998 bis 2006 studierte er Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Timm Rautert. 2010/11 war er Gastprofessor an der HGB Leipzig, Fachklasse für Fotografie (Vertretung Heidi Specker). Er hatte Einzelausstellungen u. a. bei Camera Austria Graz, im Frankfurter Kunstverein, im Hong Kong Arts Centre, im Nassauischen Kunstverein in Wiesbaden, in der Fondazione Mora Greco Napol und Gruppenausstellungen im Witte de With Rotterdam, mudam Luxemburg und MMK Frankfurt. Er war Preisträger der Villa Massimo in Rom. Sven Johne lebt und arbeitet in Berlin.

ILONA KÁLNOKY

Die Bildhauerin Ilona Kálnoky thematisiert und übersetzt in ihren Mischskulpturen Wendungen, Verknüpfungen und neue Verbindungen; von den Arbeiten hinterlässt sie manchmal nach Fertigstellung nur das fotografische Abbild. Dabei verwendet sie oft Rohmaterialien aus dem Baumarkt und setzt so Prozesse in Gang, die nicht immer steuerbar sind und nicht selten in einem unfertigen Zustand bleiben. In ihrer Materialwahl und der verknüpften künstlerischen Auseinandersetzung und Verformung verändert sich der Blick auf die Dinge und damit auch das Bewusstsein für gesellschaftliche Verhältnisse, ohne jedoch auf das Potenzial von Weiterentwicklungen zu verzichten.


FIGUR 10, 2016

  • PORZELLAN, GLASIERT INKL. PODEST
  • 60 X 10 CM


HEBEN-TRAGEN-RUHEN

  • GIPS, HOLZ, ZIEGEL
  • CA. 25 X 15 X 30 CM


FIGUR 1, 2014

  • KERAMIK, GLASIERT, INKL. PODEST
  • 47 X 16 X 9,5 CM


QUETSCHEN-QUELLEN-PLATZEN, 2014

  • ZEMENT BALLON
  • 20 X 20 X 21 CM


Ilona Kálnoky wurde 1968 in Styria, Österreich, geboren. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule für Keramik studierte sie an der weissensee kunsthochschule bei Karin Sander und Bernd Wilde. Sie stellte aus u. a in der Kunstkammer des Georg Kolbe Museums, in der Galerie Heike Curtze Wien, in der Landesgalerie Salzburg, in der Galerie Nord, in der Galerie Nosbaum Reding, im Haus am Lützowplatz und in der galerie weisser elefant in Berlin. Sie ist Mitbegründerin des UM Festivals für Kunst, Literatur und Musik. Ilona Kálnoky lehrt an der HNE Eberswalde und lebt in Berlin.

TOBIAS KAPPEL

Tobias Kappel interessiert sich für Übersetzungsprozesse von vorhandenem fotografischem Material und dessen assoziativem Potenzial in der Neubetrachtung und Rezeption. Indem er das Motiv über ein Reproduktionsverfahren verändert, entsteht auf diese Weise ein eigenes neues Werk. Damit fügt er gleichzeitig eine andere Vorstellung von Information hinzu. In der Motivwahl interessieren ihn der Diskurs über unterschiedliche Wahrnehmungen von kollektiv geprägten Betrachtungsmustern und die Auffassung von Abbildungen als Zustandsberichte vorhandener Wirklichkeit.


UNTITLED (IMPOSSIBLE IS NOTHING)

  • INKJET PRINT, ALUCORE
  • 60 X 45 CM
  • EDITION 1 + 1 AP

 

Tobias Kappel wurde 1987 in Potsdam geboren und hat visuelle Kommunikation mit den Schwerpunkten multimediale Fotografie und technisches Bild an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel studiert. Seine konzeptionellen fotokünstlerischen Arbeiten wurden mehrfach, u. a. von der Deutschen Gesellschaft für Fotografie, ausgezeichnet und bei C/O Berlin gezeigt. Weitere Beteiligungen waren jüngst im MKdW, Alkersum/Föhr, und in der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin im Rahmen der Gruppenausstellung Seestücke | Fakten und Fiktion zu sehen, oder bei Haunt / frontviews und in der Robert Morat Galerie, Berlin. Tobias Kappel lebt und arbeitet in Berlin.

ANDRÉAS LANG

In den zumeist Langzeitprojekten von Andréas Lang geht es immer wieder um Geschichte(n) von Orten, die auf den ersten Blick etwas Unwirkliches abzubilden scheinen. Dem Fotokünstler gelingt es, mit der Kamera hinter die Wirklichkeit zu schauen, und auf diese Weise stellt er immer wieder neue Fragen nach den Wahrheiten.

Warteraum erlaubt eine neue Betrachtung und „beschreibt“ den inneren Zustand einer bisher nie dagewesenen und unvergleichbaren Situation von sozialer, gesellschaftlicher und ökonomischer Relevanz. Dieser Raum wird zum Emotionsträger und zugleich Freiraum für Assoziationen mit hoffnungsvollem Ausblick zwischen Arbeit, Produktion und Leben.


WARTERAUM, 2007

  • PIGMENT PRINT
  • 104 X 118 CM, GERAHMT
  • AUFLAGE 6 +2 AP


Andréas Lang wurde 1965 in Zweibrücken/Palatinat geboren. Von 1985 bis 1991 war er Assistent der Fotografen Dieter Blum, Michael Leis und Werner Janda. Danach lebte er als freiberuflicher Fotograf in Paris. Nach vielen projektbezogenen Auslandsaufenthalten und Forschungsreisen entstehen viele seiner bekannten Fotografien und Filme zu postkolonialer Geschichte. Andréas Lang forscht in seinen Arbeiten nach längst vergessenen Orten zwischen Realität und Fiktion, zwischen Sehnsucht und Scheitern. In seiner künstlerischen Archäologie des Imaginierten sind Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen lebendig. Er hatte jüngst Einzelausstellungen u. a. im DHM, in der Guardini Galerie sowie der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin und im Münchner Stadtmuseum. Andréas Lang ist Förderpreisträger des diesjährigen Lottos Brandenburg Kunstpreises Fotografie; er lebt und arbeitet in Berlin. 

CHRISTIAN NICCOLI

Christian Niccolis Filme, die häufig etwas Absurdes an sich haben, verarbeiten stets autobiografische Erlebnisse des Künstlers und sind daher ebenso Selbstanalyse wie kritische Beobachtung unserer Gesellschaft und Realität. Die Erforschung der Mechanismen zwischenmenschlicher Beziehungen innerhalb eines vorgegebenen Systems stellt einen wichtigen Aspekt in Christian Niccolis Filmkunst dar. In der ausgewählten Arbeit wird ein Mann mitten in einer wie eine Wüste anmutenden Landschaft mit einem Hubschrauber abgesetzt. Der Film erzählt auf metaphorische Art vom radikalen Moment, einer (fremden) Welt ausgesetzt zu werden, und reflektiert die damit verbundenen Erwartungen sowie existenziellen Erfahrungen des Lebens.


UNTITLED, 2013

  • 1-KANAL-VIDEO HD 4:10 MIN
  • EDITION 5


Christian Niccoli wurde 1976 in Südtirol, Italien, geboren. Er studierte an den Kunstakademien in Florenz, Mailand und Wien. Seine Filme sind preisgekrönt und wurden international in Museen und Institutionen präsentiert, u. a. im Kunsthaus Graz, in der Cinémathèque québécoise in Montreal, im Museo Nazionale del Cinema in Turin, im 21er Haus − Museum für zeitgenössische Kunst in Wien, in der Berlinischen Galerie und im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, im Musée de la Chasse et de la Nature in Paris, im Socrates Sculpture Park in New York, im Para Site / Art Space in Hong Kong, im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, im MUSEION, Bozen, im FABRIKA

Centre for Creative Industries in Moskau, in der National Gallery of Modern Art in Bangalore, im EAC − Espacio de Arte Contemporáneo in Montevideo, im Museum of Contemporary Art in Stettin und im ACCEA − Armenian Center for Contemporary Experimental Art in Yerevan und im Rahmen der Transmediale in Berlin. Christian Niccoli lebt und arbeitet in Berlin.

JULIAN RÖDER

Julian Röders fotografische Arbeit bewegt sich zwischen Formen der Kommunikation und Narration. Sie provoziert auf diese Weise im Dialog mit der Wirklichkeit einer zunächst anderen Betrachtung von Geschehen. Mit einem konzeptionellen dokumentarischen Ansatz erinnern seine (kritischen) Bilder an historische Motive aus der Kunstgeschichte und Werbung. Diese ästhetische Bildersprache irritiert auf den ersten Blick, verweist sie doch auf sozialpolitische Strukturen von Krisen, Macht und Ökonomien. Die Arbeiten werden zu Denkaufgaben über Proteste, veränderte Zustände und mögliche Aufbrüche. In den Gesellschaften der Gegenwart brauchen wir wieder ein (anderes) „68“, war kürzlich in der NZZ zu lesen. 50 Jahre nach „68“ stellt sich die Welt neuen politischen Herausforderungen und Konfliktsituationen. Diese Anzeichen von Widerstand werden mit der Serie The Summits von Julian Röder in gewisser Weise aktualisiert.


PROTESTS AGAINST EU SUMMIT IN BRUSSELS, 2001

  • C- PRINT
  • 50 X 74,5 CM, GERAHMT
  • SAMMLUNG PETERS-MESSER


Julian Röder wurde 1981 in Erfurt geboren. Er studierte an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin und danach an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Julian Röders Werke wurden im Rahmen von Gruppenausstellungen sowie Einzelausstellungen in zahlreichen bedeutenden Institutionen gezeigt, darunter C/O Berlin, Berlin, das Haus am Waldsee, Berlin, der Kunstverein Ulm, das KW Institute for Contemporary Art, Berlin, das Museum of Modern Art, Moskau, das ZKM Karlsruhe, das Haus der Kulturen der Welt, Berlin, und das Center for Contemporary Art, Tel Aviv. 2014 erhielt Röder das Ellen-Auerbach-Stipendium für Fotografie der Akademie der Künste Berlin. Julian Röder lebt und arbeitet in Berlin.

STEFANIE SEUFERT

Stefanie Seuferts Bildersprache fokussiert alternative Deutungsmöglichkeiten von künstlerischen Handlungsabläufen, bei denen es um die Verbindung und das Verhältnis von Sichtbarkeit und Wirklichkeit geht. Das passiert nicht unbedingt zugunsten einer narrativen Formensprache, vielmehr erscheinen die zum Teil ephemer wirkenden fotografischen Abstraktionen als Versuche, Empfindsamkeit und fluide Zustände festzuhalten und spürbar zu machen. Damit hinterfragt die Künstlerin die Darstellbarkeit von Realität und gleichzeitig das Moment von zufälligem Geschehen sowie das Unvorhersehbare. Sie verweist dabei insbesondere auf Verschiebungen des Sehens auf die Dinge und den Zustand unserer Zeit sowie innerhalb des fotokünstlerischen Mediums.


VOLKSPARK, 2013

  • ANALOGER C- PRINT
  • 104 X 118 CM, GERAHMT
  • EDITION


Stefanie Seufert wurde 1969 in Göttingen geboren. Sie hat am Lette Verein Berlin und an der Universität der Künste studiert. Ihre Arbeiten wurden jüngst u. a. in folgenden Institutionen gezeigt: Berlinische Galerie, DZ Bank Kunstsammlung Frankfurt, Kunstbibliothek im Museum für Fotografie Berlin, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, NRW-Forum Düsseldorf, Kunsthalle Darmstadt, CPAP Havanna, Kuba, Camera Austria, Graz, Fotogalerie Wien, Robert Morat Galerie, Berlin. Stefanie Seufert lebt und arbeitet in Berlin.